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Grundkräfte – 6 – TOE + GUT
a) Elektroschwache Theorie
Es ist experimentell gelungen, die Quantenelektrodynamik mit der schwachen Kernkraft zu verbinden. Die daraus folgende elektroschwache Theorie sagt, dass es bei hohen T und E zu Beginn des Universums drei schwache und ein neutrales Eichboson mit unterschiedlichen Wechselwirkungsstärken gab. Das Photon von heute gab es damals nicht. Das heutige Photon ist eine Mischung von zwei der ursprünglich vier Eichbosonen.
Die elektroschwache Symmetrie muss bei Energien von rund 250 GeV gebrochen werden, damit Teilchen ihre gemessene Masse bekommen. Die Symmetrie wird aber nur gebrochen, wenn das Higgs-Boson selbst ungefähr diese Masse hat (E=mc2). Bei einer größeren Masse würde die Symmetrie bei höherer Energie gebrochen und die schwachen Eichbosonen müssten schwerer sein.
Allerdings deuten Rechnungen, die die Quantenmechanik berücksichtigen, auf ein schwereres Higgs-Boson hin.
Nun mehr wird versucht, die elektroschwache Wechselwirkung mit der starken Kernkraft (QCD) zu vereinigen.
b) Higgs-Boson
Das Higgs-Boson muss ein skalares Boson sein, weil es Spin = 0 haben muss. Die Kraft, mit der Teilchen an das Higgs-Feld koppeln, muss eine neue Kraft sein. Das Higgs-Feld muss ein Skalarfeld sein, bei dem jeden Punkt einer einzigen Größe oder Zahl zugeordnet ist. Wäre es ein Vektorfeld oder Tensorfeld, würde die Teilchenmasse von der Ausrichtung des Teilchens bezüglich des Feldes abhängen.
Da das Higgs-Boson im Standardmodell für alle beobachteten Teilchenmassen verantwortlich ist, hoffen die Wissenschaftler es im LHC zu finden. Sollte es das Higgs-Boson nicht geben, muss eine andere Quelle für die Massen gefunden werden.
Die elektroschwache Theorie benötigt das Higgs-Boson, um die Wechselwirkungen der W-Bosonen vorherzusagen.
Um die Symmetrien der starken Wechselwirkung zu erklären, wurde ein zweites Higgs-Feld vermutet und ein neues, sehr leichtes Teilchen vorhergesagt: das Axion.
Die Higgs-Felder müssen im Raum gleich sein, damit die Teilchen im gesamten Universum identische Massen haben. Ohne dieses Feld gebe es keine Masse und alle Teilchen würden mit dem Raum auseinanderfliegen.
c) TOE (Theory of everything)
Eine der bekanntesten Voraussagen des Standardmodells ist die Vereinigung zu einer Kraft bei hinreichend hohen Energien, d. h. bei genügend großer Energie sind die Grundkräfte exakt symmetrisch, d. h. sie verhalten sich identisch. Das Standardmodell macht keine Aussagen, welche Eigenschaften diese Kraft hat und welche Eichbosonen sie übertragen.
Eine vereinheitlichte Feldtheorie postuliert die Vereinigung der drei nichtgravitativen Grundkräfte bei 1015 GeV.
Bei Temperaturen nahe der Vereinigungsenergie sind Prozesse möglich, die die Gesamtbaryonenzahl ändert. Dann ist diese Zahl ( rund 1078 Baryonen im beobachteten Universum) keine Erhaltungsgröße mehr. Sie wurde zur Erhaltungsgröße, weil in allen bisher beobachteten physikalischen Prozessen die Zahle der Baryonen gleich bleibt. Das Proton ist das leichteste Baryon und kann damit nicht in andere Teilchen zerfallen ohne dass sich die Gesamtbaryonenzahl ändert, d. h. das Proton muss stabil sein. Seine Lebensdauer soll mehr als 1031 Jahre betragen.
d) GUT (Grand unification theory)
Am Anfang war nur die Energie.
Bei diesem hohen Energiezustand reicht eine winzige Störung um einen Phasenübergang herbeizuführen. (Wird ein Glas Wasser ganz langsam abgekühlt, bleibt es auch im Minusbereich flüssig und dann reicht ein winziger Lufthauch und schlagartig gefriert alles)
Die Vereinigungsenergie soll um die 1019 GeV liegen.
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