|
deBroglie – 2 – Materiewellen
Prinz Louis Victor Duc deBroglie wurde durch seine Dissertation berühmt, in der er den für Photonen bekannten Welle-Teilchen-Dualismus auch auf klassische Teilchen (Elementarbausteine mit Ruhmasse m0 ? 0) anwandte. Seine Theorie besagt, dass sich jegliche bewegte Materie als Welle betrachten lässt, d. h. dass sich alle Teilchen durch Materiewellen beschreiben lassen.
Zwischen der Frequenz v und der Wellenlänge l der Materiewellen besteht derselbe Zusammenhang wie bei den Teilchengrößen Energie E und Impuls p von Einsteins Lichtquanten.
Ein Photon hat keine Ruhemasse, aber Energie E = h * v und Impuls p = h / l (= mv) und deBroglie verallgemeinerte diese Gleichung für alle Teilchen.
Die Beziehung l = h / p wird deBroglie-Wellenlänge genannt. Sie ist umgekehrt proportional zum Impuls (= Masse x Geschwindigkeit) des Partikels. Deswegen ist sie nicht nur für makroskopische Objekte sehr klein, sondern auch für Atome, die sich mit nichtrelativistischen Geschwindigkeiten bewegen.
Die Wellenlänge der Materiewellen hat dieselbe Größenordnung wie die von Röntgenstrahlen und ist dem Kehrwert des Impulses der Teilchen proportional.
Inzwischen wurde die Beziehung für Protonen, Neutronen und Molekülen nachgewiesen.
Nach seiner Promotion arbeitete deBroglie an der Verbesserung des Bohr-Sommerfeldschen-Atommodells und ordnete jedem Materieteilchen eine Materiewelle zu, die sich auf den Bohrschen Bahnen ausbreiten:
2pr = n l ? 2pr = n h / p (n = 1, 2, ...)
Ein Elektron bewegt sich ohne Energieverlust um den Atomkern, wenn sein Bahnumfang ein ganzzahliges Vielfaches seiner Wellenlänge ist.
Seine Formulierungen einer Differentialgleichung lieferten Schrödinger wichtige Anregungen für dessen partielle Differentialgleichung, die das Verhalten von Elektronen in stationären Energiezuständen darstellte.
|